UniFi Controller Update: Wie aktualisiere ich Network Application und Firmware sicher, ohne dass das Netzwerk ausfällt?

Ein UniFi-Update ist selten das Problem, eine fehlende Vorbereitung dagegen oft. Wer vorher ein Backup zieht, die Reihenfolge einhält und den Zeitpunkt bewusst wählt, kann Network Application, Access Points, Switches und Dream Machine in aller Regel ohne spürbaren Ausfall aktualisieren. Dieser Beitrag beschreibt den Ablauf so, wie ich ihn bei eigenen Installationen anwende.

Welches Backup brauche ich vor dem Update?

Sie brauchen mindestens ein aktuelles Konfigurations-Backup, das Sie nicht nur auf dem Controller selbst ablegen. In der Network Application finden Sie es unter den Systemeinstellungen im Bereich Backups. Laden Sie die Datei (`.unf` bzw. bei neueren Systemen die entsprechende Backup-Datei) herunter und speichern Sie sie auf einem anderen Rechner oder einem Netzlaufwerk. Ein Backup, das nur auf der Dream Machine liegt, hilft Ihnen nicht, wenn genau diese Hardware Probleme macht.

Zusätzlich lohnt sich bei größeren Installationen ein Blick in die Details: Notieren Sie die aktuelle Version der Network Application, die Firmware-Stände der Geräte und die Zugangsdaten für den lokalen Admin-Zugang. Wenn Sie Ihre Konfiguration mit Kameras (Protect) nutzen, sichern Sie dessen Einstellungen separat, denn die Anwendungen haben jeweils eigene Backups.

Was unterscheidet Official, Release Candidate und Early Access?

Die Release-Kanäle bestimmen, welche Versionen Ihnen angeboten werden. Official ist der Kanal für produktive Netze: Diese Versionen sind freigegeben und am breitesten im Einsatz. Release Candidate sind Vorabversionen, die kurz vor der Freigabe stehen, aber noch Fehler enthalten können. Early Access ist der experimentellste Kanal, mit neuen Funktionen, die noch nicht ausgereift sein müssen.

Für Netze, die täglich genutzt werden, empfehle ich Official. Release Candidate und Early Access gehören in eine Testumgebung oder auf ein Gerät, dessen Ausfall Sie verschmerzen können. Prüfen Sie nach einem Update, ob nicht versehentlich ein anderer Kanal eingestellt ist, besonders wenn mehrere Administratoren am System arbeiten. Zurück vom Early-Access-Kanal auf Official ist nicht immer ohne Weiteres möglich, weil ältere Versionen nicht jedes neuere Datenbankformat lesen.

In welcher Reihenfolge aktualisiere ich Controller, Access Points und Switches?

Zuerst kommt der Controller, also die Network Application bzw. die Dream Machine, danach die Geräte. Die Network Application muss mindestens so neu sein wie die Firmware, die sie verwaltet; neue Geräte-Firmware verlangt mitunter eine neuere Application. Die Release Notes nennen entsprechende Voraussetzungen, lesen Sie sie vor jedem größeren Versionssprung.

Danach gehen Sie von außen nach innen vor: erst Access Points, dann Edge- und Zugangs-Switches, zuletzt der Core-Switch und das Gateway. So bleibt die Verbindung zum Controller möglichst lange bestehen. Aktualisieren Sie nie alles gleichzeitig, sondern in kleinen Gruppen, etwa einen Access Point pro Etage zuerst. Wenn dieser nach dem Update sauber läuft, folgen die übrigen. Ein Switch, über den der Controller selbst erreichbar ist, startet beim Update neu und trennt alle daran hängenden Geräte kurzzeitig.

Wie lege ich Updates in Ruhezeiten?

Ein Neustart von Access Points und Switches unterbricht die Verbindung für einige Minuten, deshalb gehört das Update außerhalb der Nutzungszeiten. Sie können Firmware-Updates in der Geräteliste gezielt auf einzelne Geräte anwenden und sie so selbst terminieren, zum Beispiel abends oder am Wochenende. Eine Zeitplanfunktion für automatische Firmware-Updates gibt es je nach Version und Gerät in unterschiedlichem Umfang; prüfen Sie in Ihrer Oberfläche, was angeboten wird.

Planen Sie außerdem Zeit für die Nachkontrolle ein. Prüfen Sie nach dem Update, ob alle Geräte „Verbunden“ melden, ob WLANs sichtbar sind, ob VLANs und PoE-Ports wie erwartet arbeiten und ob Internetzugang und VPN funktionieren. Updates am Freitagnachmittag sind eine schlechte Idee, weil Sie bei Problemen das Wochenende damit verbringen.

Was tue ich bei hängenden oder fehlgeschlagenen Firmware-Updates?

Warten Sie zunächst ausreichend lange, denn ein Update inklusive Neustart kann einige Minuten dauern. Bleibt ein Gerät danach im Status „Wird aktualisiert“ oder „Getrennt“, prüfen Sie der Reihe nach: Stromversorgung bzw. PoE-Budget, Kabel und Port, und ob das Gerät im Netz noch per Ping erreichbar ist. Ein kurzes Trennen vom Strom und erneutes Anstecken löst manche Hänger, sollte aber erst nach der Wartezeit geschehen, damit Sie keinen laufenden Schreibvorgang unterbrechen.

Hilft das nicht, kann man bei vielen Geräten per SSH die Firmware erneut einspielen oder das Gerät auf Werkseinstellungen setzen und neu adoptieren. Die genaue Vorgehensweise hängt vom Modell ab; die Anleitung des Herstellers zeigt den passenden Weg. Ein Werksreset löscht die lokale Konfiguration, was dank Controller-Backup und erneuter Adoption meist verkraftbar ist.

Welche Checkliste hilft beim Rollback?

Ein Rollback gelingt am besten, wenn Sie ihn vorbereitet haben. Diese Punkte gehen Sie durch:

  • Backup der Network Application extern gespeichert, Datei geöffnet bzw. Größe plausibel.
  • Alte Installer-Version oder Firmware-Datei lokal vorhanden, nicht erst im Notfall suchen.
  • Versionsstände aller Geräte notiert.
  • Bei Dream Machine: Hinweis in den Release Notes beachtet, ob ein Downgrade unterstützt wird.
  • Im Fehlerfall: Application auf die vorherige Version bringen, Backup einspielen, danach Geräte prüfen und gegebenenfalls einzeln erneut adoptieren.

Beachten Sie, dass ein Backup von einer neueren Version nicht in jede ältere Version eingespielt werden kann. Deshalb ist das Backup *vor* dem Update entscheidend, nicht eines, das danach entstanden ist.

Welche Stolperfallen gibt es bei automatischen Updates?

Automatische Updates sparen Arbeit, nehmen Ihnen aber die Kontrolle über den Zeitpunkt und die Reihenfolge. Typische Probleme: Das Update läuft mitten am Tag, ein Gerät startet neu, ohne dass jemand die Release Notes gelesen hat, oder die Application und die Geräte-Firmware passen nicht zusammen. Bei produktiven Netzen deaktiviere ich die automatische Aktualisierung der Geräte-Firmware und spiele Updates manuell ein.

Auch Backups laufen oft automatisch; prüfen Sie gelegentlich, ob sie wirklich entstehen und ob genug Speicherplatz vorhanden ist. Ein Auto-Backup, das seit Monaten nicht mehr läuft, fällt erst im Ernstfall auf.

Wenn Sie unsicher sind, ob Ihre Konstellation ein Update verträgt, hilft Ihnen der Fachbetrieb gern bei Planung und Durchführung.