UniFi Dream Machine Backup und Wiederherstellung: Wie sichere ich meine Konfiguration und tausche ich das Gerät ohne Neueinrichtung?
Eine UniFi-Installation besteht aus vielen Einzelentscheidungen: VLANs, Firewall-Regeln, WLAN-Profile, Port-Profile, Adoptionen. Geht die Dream Machine kaputt oder wird sie durch ein größeres Gateway ersetzt, will niemand das alles neu zusammenklicken. Mit einem aktuellen Backup an einem sicheren Ort dauert der Tausch meist nur einen Bruchteil der Zeit. Hier steht, was gesichert wird, wo die Dateien liegen und worauf bei der Wiederherstellung zu achten ist.
Welche Backups gibt es auf der Dream Machine überhaupt?
Man muss zwischen zwei Ebenen unterscheiden. Die Network Application hat ihr eigenes Backup. Es enthält die Konfiguration von Netzwerken, WLANs, Firewall, Switch-Ports, Geräteliste und Einstellungen. Dazu kommt das System-Backup der UniFi OS Console, das auch weitere Anwendungen wie Protect umfassen kann, je nach Firmwarestand und Umfang.
Für den Gerätetausch ist die Network-Konfiguration das Wichtigste. Sie liegt als `.unf`-Datei vor. Die Einstellungen finden Sie je nach Oberfläche unter *System* bzw. *Einstellungen → System → Backups*. Die Menüführung ändert sich zwischen Versionen immer wieder, schauen Sie also im Zweifel nach dem Begriff „Backups".
Wie richte ich automatische Backups ein?
Aktivieren Sie in den Backup-Einstellungen die automatische Sicherung und legen Sie Intervall und Anzahl der aufbewahrten Versionen fest. Ein wöchentliches Intervall mit mehreren Generationen ist für die meisten Installationen ein sinnvoller Anfang; wer häufig Änderungen vornimmt, sichert öfter. Mehrere Generationen sind wichtig: Wird eine fehlerhafte Konfiguration gesichert, brauchen Sie einen älteren Stand.
Die automatischen Backups liegen zunächst auf der Dream Machine selbst. Das ist der entscheidende Schwachpunkt: Fällt das Gerät aus, sind sie weg. Je nach Firmware lässt sich zusätzlich ein Cloud-Backup über das Ubiquiti-Konto aktivieren. Das ersetzt aber keine eigene Kopie, denn Sie sollten den Zugriff nicht von einem einzigen Konto abhängig machen.
Wie lege ich Backups extern ab?
Laden Sie die `.unf`-Datei manuell herunter und speichern Sie sie außerhalb des Geräts, etwa auf einem NAS, in einer verschlüsselten Cloud-Ablage oder auf einem USB-Stick im Büro. Ablauf:
1. Vor jeder größeren Änderung ein manuelles Backup erstellen. 2. Datei herunterladen und mit Datum und Firmwarestand benennen, zum Beispiel `udm_2026-10-27_Network-x.y.z.unf`. 3. Mindestens an einem zweiten Ort ablegen.
Die Datei enthält unter anderem WLAN-Passwörter und weitere Zugangsdaten. Behandeln Sie sie entsprechend vertraulich und legen Sie sie nicht auf offene Freigaben. Wer die Konfiguration regelmäßig sichern will, kann den Download auch skripten oder die Dateien vom Gerät per SSH abholen; das setzt Erfahrung mit der Kommandozeile voraus, und der genaue Speicherpfad hängt vom Firmwarestand ab.
Wie stelle ich die Konfiguration auf einem neuen Gerät wieder her?
Der Ablauf gilt für Austausch, Upgrade auf ein anderes Gateway und für eine Wiederherstellung nach Werksreset:
1. Firmware prüfen: Das neue oder zurückgesetzte Gerät sollte eine Network-Version haben, die zur Backup-Datei passt. Ein Backup aus einer neueren Version in eine ältere Installation einzuspielen, führt häufig zu Fehlern. Aktualisieren Sie das neue Gerät also zuerst, bevor Sie importieren. 2. Erstkonfiguration: Im Einrichtungsassistenten das Gerät mit dem Konto verbinden. Dort wird meist direkt die Option angeboten, ein Backup wiederherzustellen. Sonst funktioniert es später über die Backup-Einstellungen. 3. Datei hochladen: Die `.unf`-Datei auswählen und die Wiederherstellung starten. Das Gerät startet die Anwendung neu, das dauert einige Minuten. 4. Netzwerk prüfen: Das neue Gateway übernimmt die IP-Adresse des Netzwerks aus dem Backup. Prüfen Sie, ob Ihr Rechner noch erreichbar ist, und kontrollieren Sie WAN-Einstellungen, VLANs und DHCP. 5. Geräte kontrollieren: Access Points und Switches sollten nach einiger Zeit wieder als verbunden erscheinen.
Was ist bei Adoptionsstatus und Hardwarewechsel zu beachten?
Geräte, die bereits adoptiert waren, melden sich beim wiederhergestellten Controller meist von selbst, solange er unter derselben IP-Adresse erreichbar ist. Bleiben einzelne Geräte auf „Offline" oder „Adoption fehlgeschlagen", hilft oft ein Zurücksetzen des betroffenen Geräts und eine erneute Adoption, die Konfiguration kommt dann aus dem Backup zurück.
Beim Wechsel auf ein anderes Gateway-Modell weichen die Port-Zuordnungen ab. Die WAN- und LAN-Ports sind je nach Modell anders nummeriert, und nicht jedes Modell bietet dieselben Funktionen. Kontrollieren Sie deshalb die Gateway-Ports, Internet-Einstellungen und Funktionen wie Threat Management nach dem Import. Ein Backup eines Modells lässt sich nicht in jedem Fall unverändert auf ein anderes übertragen; prüfen Sie das vorab in der Dokumentation des Herstellers.
Welche typischen Fehler sollte ich vermeiden?
- Kein Backup vor Updates: Firmware- und Application-Updates sind der häufigste Anlass für Probleme. Vorher manuell sichern.
- Backup nur auf dem Gerät: Siehe oben, die Sicherung muss extern liegen.
- Protect-Daten vergessen: Das Network-Backup enthält keine Videoaufnahmen. Bei Protect sichern Sie Einstellungen und Aufnahmen getrennt. Die Aufnahmen liegen auf der Festplatte des Geräts und werden bei einem Tausch nicht automatisch mitgenommen. Wer sie behalten muss, exportiert sie vorher oder baut die Festplatte um, sofern das Modell das zulässt.
- Wiederherstellung nie getestet: Spielen Sie ein Backup einmal in ruhiger Zeit zurück, zum Beispiel auf einem Testgerät, statt es erst im Ernstfall zu probieren.
- Firmwarestände ignoriert: Notieren Sie Version und Modell zu jedem Backup.
Bei Fragen zur Sicherungsstrategie oder zum Gerätetausch hilft Ihnen unser Fachbetrieb gern weiter.