UniFi Kamera Aufzeichnung planen: Speicherplatz, Festplatte und Aufbewahrungsdauer richtig berechnen
Wie viel Platz UniFi Protect braucht, hängt vor allem von Kameraanzahl, Auflösung, Bitrate und Aufnahmemodus ab. Mit einer einfachen Rechnung lässt sich der Bedarf vor dem Kauf gut abschätzen. Hier zeige ich, wie ich bei Installationen vorgehe und worauf es bei der Festplatte ankommt.
Wie berechne ich den Speicherbedarf für meine Kameras?
Die Grundformel ist: Bitrate × Sekunden pro Tag × Tage ÷ 8 = Datenmenge. Eine Kamera mit 4 Mbit/s Dauerbitrate erzeugt pro Tag 4 × 86.400 ÷ 8 = 43.200 MB, also rund 43 GB. Bei 14 Tagen sind das etwa 600 GB pro Kamera, bei 30 Tagen etwa 1,3 TB. Das ist reine Rechnung, keine Messung. Die tatsächliche Bitrate Ihrer Kamera müssen Sie selbst ermitteln.
Pro Tag und Kamera gilt: Gesamtbedarf = Kameras × Tagesverbrauch × Tage. Rechnen Sie 20 bis 30 Prozent Reserve dazu. Das Dateisystem, Schwankungen der Bitrate und Aufnahmen mit viel Bewegung brauchen Luft.
Wie stark beeinflussen Auflösung und Bitrate den Verbrauch?
Stark. Die Bitrate wächst mit der Auflösung, aber nicht streng proportional. Eine 4K-Kamera erzeugt je nach Szene deutlich mehr Daten als eine 2K-Kamera, oft ein Vielfaches. Entscheidend ist außerdem die Szene: Ein ruhiger Hof mit wenig Bewegung komprimiert gut. Ein Baum im Wind, Regen oder eine Straße mit Verkehr treiben die Bitrate nach oben. Nachts steigt sie durch Bildrauschen oft ebenfalls.
Mein Vorgehen: Nehmen Sie die Kameras in Betrieb, lassen Sie sie ein bis zwei Tage laufen und lesen Sie in Protect aus, wie viel Speicher jede Kamera tatsächlich belegt. Mit diesem Wert rechnen Sie hoch. Das ist genauer als jede Tabelle. Prüfen Sie dabei auch, ob die Kamera auf hohe, mittlere oder niedrige Videoqualität eingestellt ist. Das ist ein einfacher Hebel, um den Verbrauch zu senken.
Dauer- oder Bewegungsaufzeichnung: Was spart wirklich Platz?
Bei Bewegungsaufzeichnung speichert Protect nur Ereignisse, mit etwas Vor- und Nachlauf. An einer Stelle mit wenig Aktivität, etwa einer Einfahrt oder einem Lager nachts, ist der Bedarf dann nur ein Bruchteil der Daueraufzeichnung. An einem belebten Eingang kann der Unterschied dagegen klein ausfallen.
Daueraufzeichnung lohnt sich, wenn lückenlose Nachvollziehbarkeit wichtig ist. Bewegungsaufzeichnung reicht oft für Wohnhäuser. Ein praktischer Mittelweg: Dauerhaft aufzeichnen an den wichtigen Kameras, Bewegung an den übrigen. Planen Sie bei der Berechnung für Bewegungsaufnahmen aber vorsichtig und kalkulieren Sie nicht mit dem günstigsten Fall.
Welche Festplatte passt in Dream Machine Pro, UNVR oder Cloud Key?
Verwenden Sie Festplatten, die für Dauerbetrieb und ständiges Schreiben ausgelegt sind. Das sind Überwachungsplatten wie WD Purple oder Seagate SkyHawk. Normale Desktop-Platten sind für den Dauerbetrieb mit vielen parallelen Schreibströmen nicht gedacht und fallen im Zweifel früher aus.
Die Dream Machine Pro nimmt eine 3,5-Zoll-SATA-Platte auf. Beim UNVR sitzen mehrere Einschübe für 3,5-Zoll-Platten im Gerät, der kleinere UNVR-Instant ist dagegen auf weniger Platten ausgelegt. Prüfen Sie Einschubzahl und maximale Kapazität im Datenblatt Ihres konkreten Modells. Beim Cloud Key Gen2 Plus steckt eine 2,5-Zoll-Platte, hier gelten kleinere Kapazitäten. Bei Platten für 2,5 Zoll sollten Sie auf Eignung für Dauerbetrieb achten, nicht nur auf die Größe.
Ein Hinweis zur Praxis: Kaufen Sie lieber etwas mehr Kapazität als knapp passend. Der Aufpreis für die nächste Größe ist meist gering gegenüber dem Aufwand, später umzubauen.
Wann lohnt sich RAID mit mehreren Platten?
Eine einzelne Platte ist ein Ausfallrisiko: Fällt sie aus, sind die Aufnahmen weg und es wird bis zum Austausch nichts aufgezeichnet. Mit mehreren Platten im UNVR können Sie Redundanz einrichten, sodass eine Platte ausfallen darf. Dafür geht nutzbare Kapazität verloren. Rechnen Sie das in Ihre Planung ein, bevor Sie die Plattengröße festlegen.
RAID lohnt sich, wenn die Aufnahmen geschäftlich wichtig sind, etwa im Gewerbe oder bei Versicherungsrelevanz. Für ein Wohnhaus reicht oft eine einzelne Platte, solange Sie wissen, dass Ausfälle möglich sind. Wichtig: RAID ist kein Backup. Wichtige Clips sollten Sie zusätzlich exportieren.
Wie kontrolliere ich Aufbewahrungsdauer und Speicherverbrauch in Protect?
In den Speichereinstellungen von Protect sehen Sie die belegte Menge und die geschätzte Aufnahmedauer, die mit dem vorhandenen Platz erreichbar ist. Protect überschreibt die ältesten Aufnahmen, wenn die Platte voll ist. Die Aufbewahrungsdauer ergibt sich also aus dem Platz, nicht umgekehrt. Falls Ihre Version eine feste Obergrenze anbietet, nutzen Sie diese, wenn Sie aus Datenschutzgründen nur eine bestimmte Zeit speichern dürfen.
Kontrollieren Sie nach der Inbetriebnahme einmal pro Woche die Schätzung und nach neuen Kameras sofort. Kommen Kameras dazu oder wird die Auflösung erhöht, sinkt die Aufbewahrungsdauer spürbar.
Bei Fragen zur Dimensionierung hilft Ihnen der Fachbetrieb gern weiter. Nennen Sie uns Kameraanzahl, Modelle und Wunschdauer, dann rechnen wir es mit Ihnen durch.