Wie viele UniFi Access Points brauche ich für mein Haus? WLAN-Planung nach Fläche und Wänden
Die Frage "ein Access Point oder mehrere?" lässt sich nicht pauschal mit einer Quadratmeterzahl beantworten, weil Wände, Deckenkonstruktion und Stockwerke die Funkausbreitung stärker beeinflussen als die reine Fläche. Wer vor der Anschaffung von UniFi-Hardware einmal grob durchrechnet, wie viele APs sinnvoll sind, spart sich spätere Nachrüstungen und Funklöcher. Im Folgenden zeige ich die Faustregeln, mit denen ich bei Kunden vor Ort plane, und rechne sie an typischen Beispielen durch.
Wie viel Fläche schafft ein einzelner UniFi Access Point?
In einem offenen Raum ohne nennenswerte Hindernisse liefert ein moderner UniFi AP auf einer Ebene brauchbare Abdeckung für einen Bereich, der einer normal geschnittenen Wohnung oder einem Großraumbüro ohne viele Trennwände entspricht. Sobald aber Zimmerwände, Flure mit mehreren Abzweigungen oder eine zweite Etage dazukommen, sinkt die tatsächlich nutzbare Reichweite spürbar, weil jedes durchdrungene Bauteil das Signal dämpft und die erzielbare Datenrate reduziert. Deshalb ist die reine Wohnfläche nur der erste, grobe Anhaltspunkt – die Bausubstanz entscheidet, ob ein AP reicht oder eben nicht.
Welchen Einfluss haben Wände und Stockwerke auf die Reichweite?
Trockenbauwände aus Gipskarton lassen WLAN-Signale vergleichsweise gut passieren, während massives Mauerwerk, Betondecken oder gar Stahlbeton mit Bewehrung das Signal deutlich stärker schwächen. Besonders kritisch sind Betondecken zwischen Stockwerken: Ein AP im Erdgeschoss versorgt selten das komplette Obergeschoss zuverlässig, auch wenn die Luftlinie kurz erscheint. Ebenso wirken sich Fußbodenheizungen mit Aluminiumschicht, Fliesen mit Estrich oder große Spiegel- und Fensterflächen dämpfend aus. Als grobe Regel gilt: Jede zusätzliche massive Wand oder Decke zwischen Client und AP kostet Reichweite, und ab der zweiten oder dritten Wand ist ein zusätzlicher Access Point meist sinnvoller als ein einzelner Hochleistungs-AP in der Raummitte.
Nach welcher Faustregel berechne ich die Anzahl der Access Points?
In der Praxis hat sich folgendes Vorgehen bewährt: Zuerst den Grundriss in Zonen einteilen, die durch massive Wände oder Deckenstärke getrennt sind. Für jede Zone mit überwiegend offener Fläche und leichten Trennwänden reicht in der Regel ein AP. Kommen pro Zone mehrere massive Wände oder ein Stockwerkswechsel dazu, wird eine weitere Zone mit eigenem AP angesetzt. Bei mehrstöckigen Häusern rechne ich standardmäßig mit mindestens einem AP pro Etage, bei verwinkelten Grundrissen oder Souterrain-Bereichen eher mit zwei. Wichtig ist dabei, nicht nach der Zahl der Zimmer, sondern nach der Zahl der dämpfenden Bauteile zu planen – ein offener Loft mit 150 m² kommt oft mit einem AP aus, eine verwinkelte 80 m²-Altbauwohnung mit dicken Wänden braucht mitunter zwei.
Wie sieht die Beispielrechnung für Einfamilienhaus, Wohnung und Büro aus?
Ein zweigeschossiges Einfamilienhaus mit Keller wird in der Regel in drei Zonen unterteilt: Keller, Erdgeschoss und Obergeschoss, also drei APs, einer pro Etage, zentral im Flur oder Treppenbereich platziert. Eine kompakte Eigentumswohnung mit offenem Wohn-Ess-Bereich und wenigen Zimmern kommt häufig mit einem einzigen AP aus, sofern er zentral sitzt und nicht in einer Raumecke hinter einer Betonwand verschwindet. Ein kleines Büro mit mehreren Einzelbüros und einer durchgehenden Massivwand in der Mitte des Flurs wird sinnvollerweise mit zwei APs versorgt, einem pro Gebäudehälfte, damit auch die hintersten Büros ohne Repeater-Kette auskommen. Diese Aufteilung ist als Ausgangspunkt gedacht – bei der endgültigen Platzierung lohnt sich immer ein Rundgang mit dem Smartphone und der UniFi-App, um Funklöcher schon vor der Festinstallation zu erkennen.
Wo platziere ich die Access Points am besten?
APs gehören nicht in Schränke, hinter Fernseher oder unter die Decke eines Technikraums, sondern möglichst zentral im zu versorgenden Bereich und mit freier Sicht in den Raum. An der Decke montiert funktionieren sie in der Regel besser als an der Wand, weil das Funksignal dann gleichmäßiger nach allen Seiten abstrahlt statt einseitig in eine Richtung. Bei mehreren APs im selben Haus sollte man sie so verteilen, dass sich die Abdeckungsbereiche leicht überlappen, ohne dass beide APs im selben Raum auf voller Leistung senden – das erzeugt sonst unnötige Funkinterferenzen im gleichen Kanal. Metallische Gegenstände, Heizkörper und Spiegel in unmittelbarer Nähe des APs sollte man ebenfalls meiden, da sie das Signal reflektieren oder abschirmen.
Was tue ich, wenn trotz Planung noch Funklöcher bleiben?
Auch mit sauberer Vorabplanung zeigen sich manchmal erst nach der Installation einzelne tote Ecken